Freitag, September 23, 2011

30 jetzt und trotzdem gewöhnlicher Tag

Was sollte es auch anderes sein. Ehrlich gesagt, will man mit zunehmendem Alter auch nicht sooo dran erinnert werden.
Drum war es fast ein Tag wie jeder andere und keine Zäsur im Leben.

Um 4:44 ging der Wecker. Verdammte Frühschicht. Richtung Kaffeemaschine getorkelt und dann unter die Dusche. 15 Minuten später sass ich im Auto. 15 weitere im Bus. Die Befürchtung, daß der mal wieder mit verwirrten Rollkofferidioten verstopft ist, hat sich nicht bewahrheitet. Ein paar waren drinnen aber keine Kletteraktionen nötig.
Dafür war die Endfünzigerin mit praktischem Kurzhaarschnitt aus irgendeinem Ministerium doch fast reif für ein paar Nackenschläge.
Die war auf dem Weg irgendeinen "Arbeitsprozess kritisch zu begleiten" und musste das irgendeiner armen Sau noch vor halb 6 morgens lautstark am Handy mitteilen.
Die Mehrzahl der regelmässigen Busfahrer schweigt um diese Zeit lieber. Sogar die ständig telefonierdenden Jung-Bwler nutzen das Eiphone um diese Zeit besser für Angry Birds.
Doch es gibt noch eine andere Gruppe, die das Maul nicht halten kann. Wahrscheinlich, weil wegen ständigen Überengagement die Fresse nicht mehr zu geht: Jung-Studentinnen, die ausländische Gaststudenten betreuen. Das Thema gabs hier ja bereits. Heute war es wieder ganz übel. Eine Truppe junger Inder wurde von ihrer "Betreuerin" gnadenlos zugeschwallt. Ich wusste noch gar nicht, wie man soviele positive Adjektive in einen Satz packen kann und das über einen Zeitraum von 17 Minuten (so lange braucht der Bus) aufrecht erhalten kann.
Ich will nicht wissen, was die Inder in den Tagen und Wochen vorher für Leid erfahren mussten. Ihren Gesichtern nach, vergrault man so ganz gut Fachkräfte auf Dauer. Dafür brauchs keine Npd.

Auf der Arbeit der übliche Trott. Heute mal mit was mehr zu tun. Die Durststrecke der letzten Tage war auch übel. Zumal mich die Arbeit die Tage davor nur so angesprungen hat. Kaum da, schon wieder weg.
Den Bus hatte ich dann zur Abwechslung als eigene Stretch - Limo und das wegen Stau sogar länger.
Dafür fuhr er über Köln.

Zuhause konnte ich dann meinem ganztägigen Heisshunger auf eine Dose Ravioli (weiss der Toifel warum) mit gut Schärfe nachkommen. Schön übel dosiert.

Danach ein Ründchen laufen und ab zum Golfplatz. Heute lief es gut. Auf dem Heimweg ein Bier im TSi aufgemacht. Eigentlich ein ganz normaler Freitag und kein besonderer Tag, sieht man mal von den beständigen Anrufen ab.

Der schönste war der meiner Oma, kaum nachdem ich um kurz vor 10 zuhause war. Kaum aus dem Krankenhaus zurück, muss noch der Enkel angerufen werden.

In 35 Minuten bin ich dann 30 und einen Tag.

Wer noch nix vor hat: auf der Weide wird morgen abend gezecht, wer früher kommen will, darf beim Schnigg aufschlagen