So sah ungefähr mein Wochenende aus. In umgekehrter Reihenfolge. Da ich sowieso kaum gehen kann, werde ich das mal aufdrösseln.
Mein We fing schon am Donnerstag an, weil ich keine Lust hatte vor dem Triathlon am Sonntag noch Nachtdienst zu schieben. Bekanntermassen bin ich danach immer schlapp, drum hab ich mal 3 Urlaubstage geopfert. Freitagabend hatte ich ja auh noch was vor.
Donnertag war ich mit dem P! im Monte Mare saunieren. Eigentlich gabs nur 2 Durchgänge, weil der Salzaufguss mich so abgeschossen hat, daß ich erstmal ein längeres Nickerchen gemacht hab.
Danach hat der P! versucht seinen alten Bass im Musikladen zu verscheppern und den neuen einstellen zu lassen. Die hatten aber recht wenig Ahnung, haben aber so getan als hätten sie. Danach war ich aus lauter Langeweile im Haus der Geschichte. Eigentlich wollte ich mir eine Fotoausstellung über 60 Jahre Parlamentarischer Rat in Bonn ansehen. Das waren aber nur 20 Fotos auf Stellwände kopiert. Darüber haben bestimmt mit-50igerInnen mit Pagenschnitt und schweren Holzketten emotionale Debatten geführt. Also hab ich mir das ganze Museum angeguckt.
Abends noch etwas Wirthaus im Rock - Ofen mit dem P!.
Freitag kam Roger Cicero auf den Museumsplatz nach Bonn. Das ist Open Air, drum hatte ich schon etwas Sorgen wegen dem Wetter, da Regen und Sturm hier Hof halten (hoho).
Hat sich auch bestätigt. Auf der Suche nach einem Parkplatz am Bonner Bahnhof war ich etwas spät dran und hab einen Anzug-Menschen mit X3 so halb zugeparkt. Halt etwas eng. Der hat was gezettert. Mal gucken, was da noch kommt.
Zum Bahnsteig hab ich es noch rechtzeitig geschafft. Auf die DB ist halt verlass, was das "zu spät kommen" anbelangt. Da es mir ebenso geht, kommen wir da auf einen gemeinsammen Nenner.....
Dann ab zum zum Konzi. Da es in Wuppertal wohl oft regnet, führen die Bewohner auch REgenschirme mit. Der war auch nötig. Ich hab nichtmal einen.
Ich war mir nicht ganz sicher, ob der Museumsplatz überdacht ist. Ist er. Die von mir gebuchten Sitzplätze waren es nicht. Die Lagen knapp ausserhalb. Viele Grüsse an den fetten Metal-Typen vom Mr Music "Das sind Top-Plätze, in der Mitte sieht man nicht viel" Bei Dauerregen war natürlich Stehen angesagt. Dafür dann in der Mitte.
Cicero hat sich zum Beginn erstmal die akademische Viertelstunde rausgenommen. Das Konzert war super aber anders, als ich das bisher kannte. Keine Vorband und zwischendrin Pause von 20 Minuten. Insgesamt hat es fast 3 Stunden gedauert. Er kam ins Publikum bis auf einen halben Meter an uns ran und hat zwischen den Songs gerne mal etwas erzählt. Das hat schon Spass gemacht.
Einen Ohrwurm hab ich mir auch mitgenommen, der dem Promarkt am nächsten Tag 17,99 Euro Umsatz beschert hat.
Da auf die deutsche Bahn immer Verlass ist, hat mich der Abend noch nach Köln verschlagen. Kam mir aber ehrlich gesagt nicht ungelegen.
Samstag war eher unspektakulär. Lange geschlafen. Nach Köln gefahren und da den Troll an der Regatta-Strecke getroffen. Dann sind wir nach Altendorf und ich später nach Bonn zurück. Zeugs gepackt und ins Bett.
Race-Day
Wecker stand auf 5 Uhr, ich war aber schon um 4:45 wach (Frühschicht - Konditionierung). Dann ging der morgentliche Triathlon-Trott los: warum steht man freiwillig so früh auf? Alles eingepackt? Mit ekligem Kram vollstopfen - Rad gepackt, runter zum TSi und ab gehts. Entgegen aller Gewohnheiten war ich früher dran als geplant. Normalerweise wirds immer eng. Aber diesmal kein Verfahren oder sonstige Pannen.
Um kurz nach 6 war ich an der Regattabahn. In die Wechselzone und alles eingerichtet. Das Pech hatte diesmal ein Vereinskollege, der einen Platz neben mir war. Kurz vor dem Start einen Platten. Das kenn ich ja noch vom letzten Jahr in Antwerpen gut.
Hat er aber noch gut hinbekommen.
Dann ab ins Wasser. Da fings an. Beim Einstieg hab ich mir am linken Fuss und an der rechten Verse schön einen Schnitt an den Füssen geholt. Wie tief der am linken war, hab ich erst abend beim Duschen gesehen. Da dachte ich mir: ok das wars. Nach dem Schwimmen, spätestens nach dem Radeln musst du aussteigen. Eigenartigerweise hab ich den Rest des Rennens gar nix mehr davon gemerkt.
Und dann gings los. Pünktlich um 7:10 gabs den Startschuss. Vorher hat noch de Pfarrer ein paar Worte gesagt(falls einer drauf geht?). Letztes Jahr hat eine Frau Prof. blabla die Nationalhymne gesungen. Die Interpretation war in meinen Ohren aber Katzenmusik. Hat man sich diesmal gespart.
Und das übliche Geprügel ging los. Gleich am Anfang muss ich wohl kassiert haben, so wie mein rechtes Auge aussieht. 1,9 km zur Boje hin und 1,9 km zurück. Der Hinweg war toll. Halb rechts hinter mir ging gerade die Sonne auf und bei jedem Luft holen hat sich das Licht in dem Wasser gebrochen, dass vom Armzug durch die Luft flog. Das war schon geil.
Danach gings auf Rad. 180 km in 4 45er Runden geteilt. Die ersten 2 kam ich noch zu meinem üblichen Singen. Ist halt so eine Angewohnheit von mir, dass ich beim Radeln gerne mal meine Ohrwürmer verarbeite. Diesmal wars Roger Cicero "Alle Möbel verrück..."
Nach 2 Runden wurde allerdings der Wind so dermassen grob, dass mir das Singen vegangen ist. Ich bin zwar nie am Limit gefahren, weil ich den Marathon noch im Hinterkopf hatte, aber es war einfach nur grob. Teilweise war der Seitenwind so stark, dass meine linke Backe so rum gewedelt ist (wie soll man das beschreiben, hab ich auch noch nicht erlebt).
Die Einteilung für den Kopf sah beim Radeln so aus: erstmal bis 60 km - ist ein drittel, 90 die Hälft und bei 120 gibts das Leberwurstbrötchen.
Leberwurstbrötchen?
Ja, ich hatte mir ein Leberwurstbrötchen mitgenommen. Normalerweise gibt es dieses fiese Power Gel. Davon hab ich mir so 15-20 reingedrückt. Das ist süss und klebrig. Was liegt da näher als Abwechslung. Zumal in Leberwurst Salz und Fett ist. Das hat gut für den Körper und den Geist getan.
War auch bitter nötig.
Die letzte Runde wurde Hölle. Der Wind war mittlerweile nur noch extrem und die Leute von der Halbdistanz waren auf der Strecke. Sprich man wurde ständig überholt. Das ist für den Kopf nicht gut.
Ich war froh, als ich runter vom Bike war. Ca. einen km vor der Wechselzone, hab ich die Radschuhe ausgezogen. Da haben mir einige von der Mitteldistanz noch hämisch einen schönen Marathon gewünscht.
Der kam auch. 4 mal die 7 km Runde um die Regatta-Bahn und dann die 14 in die Kölner Innenstadt. Der erste km ging gar nicht und ich dachte mir : das wird ein langer Tag. Nach einem kurzen Besuch auf dem Dixi lief es aber einfach.
Bei km 7 auf jeder Runde standen ein paar Leute aus dem Verein und haben angefeuert, das war auch ganz gut. Vor allem, als mir nach 28 km so langsam die Lichter aus gingen.
Ich bin dann ein paar km mit der Frau vom Sieger (was ich erst im Ziel mitbekommen hab) Richtung Köln gelaufen. Das wurde aber zu langsam und ich bin weg.
Bei km 37 bin ich auf den mit dem Platten aufgelaufen (den ich auf dem Rad überholt hatte, der aber wohl bei meiner Klopause an mir vorbei ist).
als Motivator war ab da noch einer aus dem Verein auf dem Rad dabei. Die letzten km an der Rheinpromenade waren bei dem Gegenwind schon ziemlich wüst.
Da muss aber irgendwie der Geist Haile Gebreselassis in uns gefahren sein und die letzten km wurde nochmal richtig Dampf gemacht. Da wurden noch eine ganze Menge Leute eingesammelt.
Nach 11:38 h sind wir dann ins Ziel. Lustig was man mit seinem Körper anstellen kann. Vor allem die Zeit der letzen 3 km würde mich interessieren. Die dürften aber nicht ganz unerheblich zum "im Arsch sein" beigetragen haben.
Im Ziel hab ich mich dann ganz schnell nach dem üblichen Gerede Richtung Shutlle Bus aufgemacht. Im Bus hat noch einer zu mir gesagt: dafür, dass du gerade deinen ersten Ironman gemacht hast, siehst du aber gar nicht glücklich aus. Stimmte auch. Ich hab mich einfach nur leer gefühlt. Die übliche Euphorie und das Gut-Gefühl blieb aus. Nach dem Dorf-Tria in Zülpich vor 2 Wochen hab ich noch im Auto gesungen. Diesmal wars halt: hm, das wars wohl.
Ich dachte, es wird heftiger. Vllt lag das auch an der Taktik: immer einen Gang kleiner als gefühlt möglich. Vllt auch an der Länge.
Abends ging gar nicht mehr. Nachdem ich meine Klamotten eingesammelt hatte, bin ich die 2 km zum Auto. Die bin ich geradelt. Kleines Blatt und kleinster Gang und bei jeder Mini-Steigung hab ich geschoben. Da hat sich auch meine geliebte Trainingshose verabschiedet.
In der Tanke nebenan hab ich mir dann noch 3 Dosen Bier geholt. Und sieh an: der ganze Lademn war voller Trias, die sich mit ungesundem Zeug eingedeckt haben. Die Saision ist vorbei.....;-)
Auf der Autobahn war ich dann über Tempomat froh. Der P! besass noch den Wahnsinn mich anzurufen und zu fragen, ob ich mit in N8schicht komme. Als ich das Bike aber hoch zu mir in den 4. Stock getragen hab, musste ich auf der Hälfte Pause machen. Ich hab mich gefühlt wie 90 oder adipös.
Ein halbes Bier hab ich noch geschafft, dann lag ich im Bett. Sogar "Autopsie" auf RTL 2 ging mir - im Bett liegend - auf die Nerven. Normalerweise das beste Mittel zum Einschlafen.
Die Nacht war übel. Jedes Umdrehen war ein Kampf. Ich hab dann von morgens bis um 15 Uhr mehr oder weniger geschlafen.
Fazit
-der Ironman ist nicht das schlimme, der Tag danach ist es
-das ganze ist eine üble Fressorgie
-ich kann mich zwar kaum bewegen, hab aber schon wieder Lust Sport zu machen