Nachtrag – Nachschlag oder was die letzten 2 Wochen so passierte
Was war denn so. Eigentlich nix besonderes, ich hab halt so vor mich hin gelebt. Meine selbst auferlegte Abstinenz ist bald 3 Wochen alt (Bergfest) und nervt doch etwas. Vor allem letzten Freitag hatte ich Lust auf ein Bier, Samstag auf ein kaltes Desperado und gestern abend auf Whiskey. ABER: immer nur die nächsten 24 h trocken bleiben! Da kommen noch so Faktoren wie soziale Vereinsamung ins Spiel (bin ich nur mit Spritis befreundet???)
Die 2 Wochen in der Pfalz vergingen wie im Flug. Die erste Woche war gewöhnlich. So richtig beknackt-blues-mäßig wurde es erst Freitagabend. Der Rest der Jungs hat sich zuerst bei uns besoffen und ich hab die dann hoch voll in die nächste Bauerndisco nach Kandel gefahren. Da wurde es dann für den ein oder anderen sehr übel. Um halb 5 stürzten die bei mir rein und erzählten irgendwas unverständliches.
Um 5 hieß es allerdings wieder aufstehen. Da gabs dann ordentliche Kreislaufprobleme inklusive bei manchen. Ich hab mich dran erfreut, sonst gabs ja nichts zum freuen. Des einen Freud ist des anderen Leid....
Um 6 gings dann nach Kaiserslautern. Eine hässliche Stadt voller Assis und Amerikaner (soweit ich vom Bus aus sehen konnte), die vom Stadion auf dem Betzenberg beherrscht wird. Und genau da ging es dann hin.
Da liefen schon lauter unheimlich wichtige Leute von THW, DRK und Freiwilliger Feuerwehr mit Rückenschildern auf ihren Jacken rum, die sie als noch wichtiger oder besonders wichtig kennzeichnete. Es läßt sich feststellen, dass die Häufigkeit von solchen Schildern mit dem Übergewicht und der Häßlichkeit des Trägers proportional steigt. Die Mädels vom DRK wären besser bei den Weight Wachters oder beim Kieferorthopäden aufgehoben.
Solche Leute hatten im Vorraum des Stadions unheimlich viele Biertische aufgestellt und da wurden wir dann als Unfallopfer geschminkt. Diese Leute trugen „Notfalldarstellung“ oder „Betreuer“ oder beides auf dem Rücken. Ausser Wichtigtun und Essen konnten die noch schlechte Witze machen. Der Weidner hat mal gesagt: „ Früher wurde man für schlechte Witze noch verprügelt, heute lacht jeder aus Höflichkeit“ – ich hab letzteres gemacht und ernsteres gedacht.
Als ich fertig war, hab ich mich ins Stadion geschlichen. War schon beeindruckend mal ganz alleine in so einem Teil zu stehen. Sieht im TV aber größer aus. Der Rasen war ein Acker, Eifel-Dorffussball-Niveau. Egal Fussball ist eh scheisse und die Fans erst recht.
Nachdem alle fertig waren, wurden wir mit Snickers und Brot ruhig gestellt und zum Bahnhof gefahren. Ich hatte beide Arme geprellt und grün-blau gepudert. War aber nach 2-3mal Ärmel rauf und runter weg (der Haltbarkeitstest – Urteil Nicht bestanden).
Da wurden wir dann in einen abgestellten Zug gesteckt und warteten erstmal. Als wir fertig gewartet hatten ging die Übung los und wir schrien rum, wie als wenn uns ein Zugunglück passiert wäre.
Nach endlosen Schreien (der ein oder andere hatte sich schon in Trance geschrien) ging die Presse durch und filmte. Dann ging ein Arzt durch, dann irgendwer von der Feuerwehr. Dann wieder Presse und dann Übungsbeobachter (auch ein schönes Schild für die Jacke). Irgendwann wurde mal der ein oder andere abtransportiert. Auf der Web-Seite von Kaiserslautern sind schöne Bilder davon. Wer mich findet, darf mich behalten.
Ums mal kurz zu machen. Ich wurde dann auch irgendwann unter meinem Sitz befreit und nach draussen gebracht. Danach hab ich keinen mehr interessiert und bin da rumgelaufen. Eigentlich wollte ich dann mit 2 Kumpels ins Bahnhofskaffee, doch hatte ein schlechter Mensch 2 ungemütliche Leute aus unserer Führung davor postiert, eben damit sich keiner verpisst. Und dann kam noch der kleine, dicke Saarländer ins Spiel. Aber die Geschichte erzähl ich nur persönlich, sonst wird’s hier zu vulgär.
Die Geschichte war dann irgendwann zu ende und wir sind wieder auf den Betze, um uns da mit Erbsen/Bohnen-Suppe zu vergnügen. War echt gut, nur leider fingen 10 Minuten danach die Fürze an und die waren übel. Gut, dass so ziemlich alle das Problem hatten, sonst wäre ich ziemlich schnell, ziemlich einsam gewesen.
Nach den Ansprachen wichtiger Leute (Kurt Beck kam doch nicht) ging wieder per Bus heim.
Ich bin dann nach Landau einkaufen gefahren. Hab seit Jahren mal wieder ein Bling Guardigan CD erstanden.
Den restlichen Abend hab ich dann Compe gezockt und Depris gehabt. Die anderen waren wieder Saufen. Soviel zur sozialen Vereinsamung. Ich werde mir ne Brille mit runden Gläsern kaufen und nur noch zocken.
Sonntag hab ich bis 9 gepennt. Dann hab ich mich geärgert, daß es schon wieder geschneit hat. Dann war ich bei MacDonalds Kaffee trinken und Zeitung lesen. Dann beim Bäcker und eine FAZ an der Tanke erstanden.
Danach noch ein nettes 24 km – Läufchen. Danach hab ich dann ausführlich Zeitung gelesen und Compe gezockt. Zum krönenden Abschluß war ich zum 3. Mal die Woche im Schwimmbad. Neuerdings hab ich ja wie angekündigt das Schwimmtraining angezogen. Die Intervalle verlängert und noch eins dazu gefügt. Klappt gut.
Als neue Erkenntnis hab ich, dass am Sonntag in Landau zu schwimmen, nicht so die tolle Idee ist. Einmal kostet der Spass da 5,10 € (die letzten 10 sind die Energie-Cent - hab ich mir an der Kasse sagen lassen) und zum anderen ist da Assi-Badetag (für Landauer: da ist das halbe Texasviertel). Die Typen sitzen alle im Nichtschwimmerbecken und versuchen cool und unnahbar auszusehen und passen auf, dass keiner ihre aufgedonnerten 15 Jährigen Chicas anguckt, die um die Becken kreisen. Die Jungs haben mich irgendwie an Erdmännchen erinnert.
Die Woche drauf verging wieder im Fluge und ereignislos. Kam mir jetzt nicht wie 2 Wochen da unten vor.
Freitag gings um 15 Uhr endlich heim und diesmal ohne Verzögerungen a la Schnee, B9 und 7 Stunden – Dauerstau.
Abends war ich zuerst einkaufen und dann im Pfeiffenhaus. Da wurde ein Ründchen gekickert. Seitdem weiß ich auch, dass Willtingen nicht – wie jahrelang angenommen – in Dänemark, sondern südlich von Trier liegt. Danach war ich noch ein Stündchen im Horn erzählen und dann ins Bett.
Samstagmorgen wollte ich eigentlich meine Steuererklärung machen, allerdings hab ich den Bescheid nicht gefunden. Hoffe mal, dass der in Bergzabern liegt.
Statt dessen war ich dann im Fahrradladen chillen und Nachmittags 34 km laufen. Der Frühling kommt endlich, es war ein Genuss.
Abends hab ich zuerst mal wieder Taxifahrer gespielt und dann bei Leo geholfen die Reste vom mexikanischen Abend zu essen und mit allen möglichen Leuten erzählt. Um kurz nach 1 bin ich da weg. Als ich raus bin liefen gerade ein paar Typen weg. Die hatten auf ein Auto gekackt und Klopapier drauf verteilt. Wen scherts – mich nicht..
Heute hab ich das Radtraining offiziell eröffnet. Bei strahlend blauem Himmel, Windstille und 6-12 Grad bin ich 78 km durchs Rheinland und die Eifel gecruised. Hätte gar nicht gedacht, dass meine Radform noch so gut ist. Im September bin ich das letzte mal auf der Strasse gefahren, danach nur noch Rolle oder MTB (ok, dass bis Januar ne ganze Menge). Seit Anfang Januar nur einmal Rolle und gar kein MTB mehr.
Jetzt geht’s gleich wieder in die schöne Pfalz. Bis Freitag oder so. Zur Post muß ich auch noch und zur Bank.
Mich würde mal interessieren, wie viele Leute hier eigentlich mitlesen. Tragt euch mal bei Kommentaren ein.